fbpx
9. April 2020

10 Spiele/Ideen, die die Bindung zwischen dir und deinem Kind stärken

Bindung ist ein, wenn nicht sogar DAS wichtigste Bedürfnis eines menschlichen Wesens. Die Erfüllung dieses Bedürfnisses hat sogar eine höhere Priorität als das Stillen des Hungers nach Nahrung.

Doch warum ist Bindung so essenziel?

Naja, die Natur ist eben Ausdruck einer höheren Intelligenz und die hat das wunderbar eingerichtet. Damit das Neugeborene nämlich überleben konnte, ohne von seinen Eltern gleich erschlagen oder gar gefressen zu werden, hat es das System von Bindung entwickelt. Der hilflose und unwiderstehliche Blick eines Neugeborenen löst in uns Eltern bzw. allen Erwachsenen, die in Kontakt mit ihren Gefühlen stehen, den Instinkt des fürsorglichen Beschützers aus. Wir binden uns in der Regel gleich an unser Baby, so dass wir es umsorgen und füttern, pflegen und tragen, ihn beschützen und wärmen. All diese Dinge werden seitens der Natur genialer Weise eben durch Bindung sichergestellt. Die Erfüllung dieser Bedürfnisse wird somit durch mind. eine Person sichergestellt. Um Überleben zu können braucht das Baby einen fürsorglichen Erwachsenen, der sich an das Baby bindet. In einer Person findet das Neugeborene alles was es idealerweise zum Überleben braucht. Der Anblick eines hilflosen Babys oder das Weinen, löst in uns Eltern (nicht nur bei unseren eigenen Kindern) eben alle Bindungsinstinkte aus, so dass wir bewegt werden die Antwort auf das Bedürfnis des Kindes zu sein. Bindung ist der geborgene Rahmen der deinem Kind die körperliche und seelische Sicherheit gibt, die es braucht um zu wachsen und heranzureifen.

“Bindung ist die Grundlage allen Wachstums”

Da Bindung die Grundlage allen Wachstums ist, bekommst du hier 10 Spielideen, die die Bindung zwischen dir und deinem Kind stärken. Denn nichts ist schöner als das Spiel und kaum etwas kann das Band durch den Ausdruck von Freude und Spaß im Spiel zusammenknüpfen und es stärken. Also los geht´s…..

1. Verstecken spielen

Der Klassiker! Alle Kinder lieben es sich zu verstecken und anschließend gesucht zu werden. Spielerisch wird damit auch das Thema der Trennung behandelt. Vielleicht kennst du das auch aus dem echten Leben, manchmal wenn wir verletzt sind, ziehen wir uns zurück und möchten aber eigentlich, dass man uns sucht. Fällt es überhaupt jemandem auf, dass wir weg sind? Vermisst uns diese Person überhaupt, wenn wir uns mal nicht melden? Wir wollen also eigentlich wissen, wie es um unsere Beziehung steht und wollen, dass man uns sucht und in unserem Versteck findet. Daher lieben es die meisten Kinder so sehr verstecken zu spielen. Es ist eben ganz toll, wenn Mama einen sucht und dann findet, um es dann in die Arme zu schließen.Spannend und aufregend ist es nebenbei auch. Manchmal muss man seinen Ängsten begegnen und den Mut in sich finden. Traue ich mich im dunklen Badezimmer zu verstecken? Der Spaß ist garantiert und schweißt zusammen.

2. Fangen spielen

Ebenso der Spieleklassiker Outdoor schlechthin. Es gibt sicher kein Kind auf der Welt, der Fangen spielen nicht kennt. Ähnlich wie beim Verstecken spielen, rennen wir diesmal voreinander weg. Der eine rennt weg, der andere will es fangen. Sicher werden damit auch uralte Jagdinstinkte in unserem Gehirn spielerisch angesprochen. Dabei gibt es Kinder, die gerne fangen wollen und Kinder wiederum, die gerne wegrennen wollen. Auf jeden Fall kommen dabei viele Emotionen spielerisch zum Ausdruck und durch den riesen Spass des Fangen und Gefangenwerdens, stärkst du die Bindung zu deinem Kind ganz automatisch.

3. Rollen- und Fantasiespiele

In den verschiedensten Rollen- und Fantasiespielen kannst du in die Welt deines Kindes eintauchen. Spielerisch werden da mal gerne die Rollen getauscht und die Mama wird zum Baby und das Kind zu Mama oder Papa. Da sieht man dann plötzlich mit welcher Fürsorge, das Baby nun von der kleinen Mama oder dem kleinen Papa umsorgt und gefüttert wird. Außerdem ist so ein Rollentausch eine weitere super Gelegenheit uns selbst mal im Spiegel zu sehn 🙂 Hier zeigt sich dann auch oft, welche Themen das Kind gerade beschäftigen und welche es durch das Spiel verarbeitet. Außerdem ist es auch für dich als Mama mal die Gelegenheit in dein inneres Kind zu fühlen und damit in Kontakt zu kommen und deine Fantasie erblühen zu lassen. 

4. Wer zuerst blinzelt oder lacht

Ihr schaut euch ganz tief in die Augen und dürft nicht blinzeln oder lachen. Echt schwer 🙂 Während du deinem Kind tief in die Augen blickst, kannst du in diesen intensiven Blick ganz viel Liebe einpacken und ihm übersenden. Einen riesen Spaß macht es allemal, da man es kaum aushält und ständig lachen oder blinzeln muss.

5. Abenteuer erleben

Unternehme eine Abenteuerwanderung im Wald oder in der Natur. Dabei bist du ganz klar in deiner Alpharolle und führst deine Kinder durch die Gefahren des Dschungels, bis ihr eure Dorf (Spielplatz oder Zuhause) erreicht. Unterwegs entdeckt und erforscht ihr die Natur ganz nach euren Impulsen. Du stärkst die Bindung in dem du deinen Kindern die Orientierung gibst, vor allem in einem Gebiet, wo sie sich z.B. nicht auskennen. Damit unterstützt du die natürliche Ordnung bzw. Bindungshierarchie. Das bedeutet natürlich nicht, dass du als liebevolle Anführerin die Bedürfnisse deines Kindes nicht berücksichtigst. Ganz im Gegenteil bist du sicher in der Lage ganz intuitiv ihre Bedürfnisse zu spüren und darauf einzugehen. Außerdem gibt es dazu viel Bewegung an der frischen Luft und sicher auch viele neue Entdeckungen. Das schweißt zusammen.

6. Gemeinsam Kochen

Ach Ja, die Liebe geht wahrlich durch den Magen. Gemeinsam zu Kochen macht unglaublich viel Spaß. Die Kinder werden von dir je nach Alter angeleitet, wenn sie schon älter sind, dann dürfen sie schon fleißig Gemüse schnippeln oder die Suppe rühren. Gemeinsam eine nährende Mahlzeit zuzubereiten, nährt eben anschließend nicht nur den Körper, sondern währenddessen auch die Seele.

7. Gemeinsames (Bau-)Projekt

Gemeinsam Planen, Material besorgen, zusammenbauen, das erfordert Teamgeist und Zusammenarbeit. Meine Kinder lieben es vor allem im Garten mitzugestalten. Zuletzt haben wir gemeinsam ein Hochbeet gebaut. Die Kinder haben dann die Inneneinlage an das Holz mit Nägeln fest gehämmert. Anschließend musste ganz schön viel Erde rein, puh das war mega anstrengend, aber hat allen unglaublich viel Spaß gemacht. Es muss nicht gleich ein Hochbeet sein oder was super kompliziertes. Biete deinen Kindern etwas an und schau wie sie darauf reagieren. Oft lieben sie es mit Werkzeug Dinge zu gestalten und entstehen zu lassen. Wenn sie dann auch noch nicht nur zum Ausstellen gedacht sind, dann sind sie unheimlich stolz darauf. Denn sie erleben ihre Selbstwirksamkeit und machen die Erfahrung etwas Neues ausprobiert zu haben und es geschafft zu haben. Dafür eignen sich auch viele Montessori Materialien wunderbar. Einige Projekte erfordern Geduld, bis man die Fähigkeit dazu erlernt hat und die eigenen Hände einem gehorchen. Es kann also passieren, dass wenn etwas nicht gleich gelingt, Frust vorprogrammiert ist. Wichtig! Das darf auch sein. Lass dein Kind seine Frust ausdrücken (ohne jemanden zu schaden) und ermutige ihn dann, wenn sich alles gelegt hat, dran zu bleiben und es eben noch einmal zu probieren. Dies ist eine wichtige Erfahrung für das Leben und wir sind dann für sie da und unterstützen und begleiten sie in diesen Prozessen. Wunderbar für die Bindung, wenn du deinem Kind Orientierung gibst, ihm hilfst, wenn nötig und ihn motivierst sowie für ihn da bist. Das stärkt die Einheit und gibt halt.

8. Gemeinsam Basteln/Nähen/Stricken/Häkeln

Je nach Interesse deines Kindes könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Entweder nach einer Bastelanleitung oder frei nach Schnauze entstehen sicher die tollsten Kunstwerke. Dabei geht es wirklich darum, dass dein Kind experimentieren kann und total kreativ sein darf. Es muss die Häschenohren nicht perfekt ausschneiden oder kann währenddessen auch aus dem Häschen ein Fantasietierchen werden lassen. Lass die Kreativität deines Kindes einfach fließen und hilf ihm nur, wenn es dich darum bittet. Es ist so wunderbar diesen Prozess einfach nur zu beobachten und dem Flow des Kindes nicht im Weg zu stehen, mit den eigenen konditionierten Ansichten und Vorgaben, wie etwas sein muss oder auszusehen hat.. 

9. Guten-Nacht-Geschichten

Kinder lieben Geschichten und es gibt kaum eine bessere Möglichkeit die Nachtruhe einzuläuten als aus einem tollen Buch eine wundervolle Geschichte vorzulesen. Wenn es dir möglich ist, kannst du die Geschichte sogar zum Leben erwecken, mit deiner Stimme, deiner Mimik und deiner Interpretation. Gemeinsam im Bett zu liegen, zusammen zu kuscheln und gemeinsam in den Geschichten Abenteuer erleben, gibt deinem Kind Wärme, Nähe, Geborgenheit und Verbundenheit. Dein Kind hat dadurch die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und durch diese Geborgenheit auch leichter in den Schlaf zu finden. Dazu braucht man viel Sicherheit und Geborgenheit, denn Schlafen hat was mit Loslassen zu tun.

10. Hab Freude an und mit deinem Kind

Hab Freude mit und an deinem Kind. Zeig ihm die Freude, die dir dein Kind in deinem Leben mit seinem bloßen sein beschert. Kuschel mit ihm, sag ihm sooft wie möglich, wie sehr du ihn liebst, einfach so, egal was kommt, egal was passiert, egal was es anstellt, egal was es kann oder was es nicht kann, sag ihm du wirst ihn immer lieben! Sag ihm, dass es einzigartig ist, ein wunderbares und großes Herz hat. Tue Dinge, die euch Spaß machen. Es muss nicht eine Fahrt nach Disneyland sein. Nein, einfache kleine Dinge, die von Herzen kommen und euch Freude und Spaß machen. Unsere Kinder wollen von uns geliebt und bedingungslos angenommen werden. Sie gehen dahin wo unsere Emotionen sind. Also zeig deinem Kind deine Liebe, schenk ihm deine ungeteilte Aufmerksamkeit und sei im Hier und Jetzt, statt in Gedanken bei all den To-Do´s und zu erledigenden Dingen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man im Leben es nie schaffen kann eine To-Do-Liste abzuarbeiten. Wie von Zauberhand wächst sie ganz eigenständig;) Wenn du dich also entschieden hast, dass du erst dann Zeit für dein Kind oder Zeit für dich und das Leben hast, wenn du alles erledigt hast, dann wirst du mit Sicherheit dein Leben und die Kindheit deiner Kinder verpassen. Also lass die Dinge auch mal stehen und tu was für dich und hab Spaß und Freude mit und an deinem Kind.

>