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13. Juni 2020

Angst und Macht

Was verleiht uns Eltern die wahre Macht unsere Kinder auf ihrem Weg zu begleiten?

Es ist der 13. März diesen Jahres. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Freitag der 13.!
Plötzlich ist in Deutschland etwas möglich, das ich bis vor kurzem für wahrhaft unmöglich gehalten hätte. Die Schulen werden geschlossen, angesichts der Angst vor dem Erreger Sars-Cov-2, welches die Welt in Angst und Schrecken versetzt. Ein Woche später dann erfolgt der Shutdown. Eine Woche in der ich als Mutter versuchte, diese “Bedrohung” für mich und meine Familie persönlich zu bewerten und zu untersuchen. Ich muss gestehen, dass ich in dieser Zeit nicht wirklich vor dem Virus selbst Angst hatte. Ich möchte klarstellen, dass ich es keineswegs bagatellisieren möchte. Ich versuchte jedoch zu verstehen, was los ist und für mich persönlich die tatsächliche Gefährlichkeit, also die reale und konkrete Gefährdung und nicht nur die abstrakte Gefährdung, die stets propagiert wurde, einzuordnen. In meinem Kopf entstanden viele Fragen, ich hinterfragte und für mich persönlich gab es sehr viele Ungereimtheiten, zu viele Fragezeichen . Nach einer kurzen Zeit bereits aber bemerkte ich eine weitaus größere Gefahr, ich konnte sehen und erkennen, wie mit dem propagierten Narrativ in der Presse durch die Politiker Angst geschürt wurde. Angst die dazu genutzt werden sollte um auf die Gefährlichkeit aufmerksam zu machen und die Maßnahmen durchsetzen zu können. Meine Befürchtungen wuchsen als ich erstaunt bemerkte, dass es keine Opposition mehr gab, die eine umfassende Diskussion in einer Demokratie ermöglichen würde. Ferner schien es auch kein breit gefächertes Expertengremium zu geben, damit diese diskutieren können, um zu einem tragfähigen gesellschaftlichen Konsens zu gelangen. 

Ohne die systematische Erzeugung von Angst (und das ist kein neues Geheimnis) wissen die politischen Eliten und Machthaber, dass sie derart drastische Maßnahmen und Einschränkungen der Grundrechte nicht hätten durchsetzen können, ohne auf gewaltigen Widerstand zu stoßen. Daraufhin folgten meinerseits Wochen der Recherche und der näheren Auseinandersetzung mit dem Thema der “Angst” diesmal nicht aus entwicklungspsychologischer Sicht sondern als Herrschaftstechnik der kapitalistischen Demokratien. Ich weiß, dies hier ist kein politischer Blog und ich bin keine Politikwissenschaftlerin, doch um unsere Gesellschaft und gar uns selbst zu verstehen (sind wir doch alle in diesem System aufgewachsen und darin eingebettet) müssen wir auch unser gesellschaftliches System verstehen und noch besser hinterfragen.
Denn ganz klar ist: Es mach was mit uns, es beeinflusst uns und unser Denken!
Es bestimmt die Umstände in der wir leben, unsere Lebensbedingung sozusagen. 

Fangen wir doch also an zu definieren was Macht überhaupt bedeutet.

“Macht ist das Vermögen seine Interessen gegen andere durchsetzen zu können und andere dem eigenen Willen zu unterwerfen.” 
(Prof. Rainer Mausfeld)

Also genießt der Machthabende viele Vorteile, während es für den Unterworfenen viele Nachteile mit sich bringt. Bei dem Unterworfenen werden dadurch Gefühle des Überwältigt Sein von der Macht und Ohnmacht ggü. dieser Macht ausgelöst. Hört sich nicht unbedingt nach einem demokratischen Prinzip an.

Kurz gesagt, auf diese Art und Weise definierte Macht erzeugt unweigerlich Angst! 

Tja und das soll es auch. Vor allem diffuse, nicht klar definierbare Ängste sind am Besten geeignet. Angsterzeugung ist übrigens ein uraltes Herrschaftsinstrument und Techniken zum Erzeugen von gesellschaftlichen Ängsten gehören in jeden gut sortierten Handwerkskoffer eines Machthabenden. Wir haben gerade in der deutschen Geschichte vor nicht allzu langer Zeit erlebt, welche Blutspuren die Exzesse der Macht des Nazi-Regimes hinterlassen haben.

Doch gut, dass das der Vergangenheit angehört, welch Glück das wir heute in einer freien Demokratie leben!??. Ja sicher, welch Glück. Dachte ich bisher auch. Bis sich für mich persönlich fast alles als eine Fassadendemokratie entpuppte.

Die letzten Wochen und Monate waren für mich die schmerzhafteste Desillusionierungserfahrung, die ich je in meinem Leben gemacht habe. Als ich mehr und mehr erkannte und fühlte, was auch mir widerfahren war und welch Menschenbild eigentlich geformt werden soll und wessen Interessen all dies dient, wurde mir schlecht. Sicher dient das nicht unserem und dem Interesse unserer Kinder. Es war so schmerzhaft dies zu erkennen. All die Verstrickungen, die vorprogrammierte Ungerechtigkeit eines kapitalistischen Systems, welches sich einer Fassadendemokratie bedient, um dies alles zu verschleiern. Aber dieser Prozess war für mich soooo notwendig. Auch wenn es sich manchmal für mich angefühlt hat wie die Hölle.


Das es dem vorherrschenden Paradigma schon sehr lange nicht mehr um den ganzheitlichen, glücklichen Menschen geht, der in seinem Sein schon perfekt ist und hier auf Erden wandelt, um sein Potenzial zu entfalten, war mir schon länger klar. Doch mir ist noch mal in der Tiefe bewusster geworden, welche eigentlichen Interessen hinter dem Bildungssystem stehen und welche Menschen in den staatlichen Institutionen geformt werden sollen oder das System eben unweigerlich aus sich selbst hervorbringt. Klingt hart, ich weiß. Doch es geht den gesponserten Politikern nicht um die wahren Bedürfnisse unserer Kinder, es geht nicht darum, dass dein Kind sein Potenzial entfalten soll und der wird der er ist. Er soll der werden, den das System benötigt, der flexible Mensch der überall eingesetzt funktioniert. Systemrelevant, war eines der Begriffe, welcher in der jüngsten Zeit geprägt wurde. Bist du systemrelevant? Sind unsere Kinder systemrelevant? Sind Künstler systemrelevant? usw.
Dazu möchte ich euch auch die Webseite einer Kollegin empfehlen, die das Buch “Die verkaufte Mutter” mit herausgegeben hat.

Kommen wir zurück zum Spiel mit der Angst.

Was ist eigentlich Angst? Und ist sie denn sinnvoll?

Sicher gibt es keinen Menschen auf Erden, der dieses Gefühl nicht kennt.
Hier möchte ich aber kurz einen neuen Begriff einbringen und den Begriff der Angst weiter differenzieren. Gordon Neufeld hat dazu den Begriff des “Alarms” geprägt.

Jeder Mensch verfügt über ein wichtiges und sehr komplexes Alarmsystem. Es bewegt uns zur Vorsicht und wir fokussieren uns auf eine reale Bedrohung. Also ein Geräusch, dass uns zur Vorsicht ermahnt (vielleicht ein wildes Tier oder ein bedrohlich wirkender Mensch nachts auf der Straße?) und uns dazu veranlasst hochkonzentriert, die Welt um uns wahrzunehmen und wenn Gefahr bevorsteht, adäquat zu reagieren. Dies geschieht blitzschnell! Wenn die Gefahr vorbei ist, kommen wir aus diesem Stresslevel wieder herunter. Im Klartext bedeutet das, dass der Alarm sich auf eine ganz konkrete Gefahr bezieht, die wir meistern können (Kampf oder Flucht). Danach kehrt wieder Ruhe ein. 

Doch sind wir doch in unserer Gesellschaft eigentlich relativ sicher. Wir leben in sicheren Gebäuden und in der Regel lauert auch nicht unbedingt ein Tiger vor der Tür des Supermarktes auf uns. Auch sind wir Gott sei dank nicht von Kriegen oder Hungersnöten betroffen. Man würde meinen, dass wir uns eigentlich sehr sicher fühlen müssten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Dieser Zustand wird eben systematisch erzeugt. Schon von Klein auf!
Wir dürfen niemals vergessen, dass wir hochkomplexe Bindungsgeschöpfe sind. Verbundenheit ist das wichtigste in unserem Leben, dass uns Sicherheit gibt und den Rahmen für unsere Potenzialentfaltung schafft. Als ganz kleine Wesen benötigen wir dieses Gefühl der Verbundenheit umso mehr. Denn unsere Fähigkeit Trennung für eine Weile zu meistern wächst erst durch den Reifwerdungsprozess; und dieser braucht Zeit zum Gedeihen. Zeit die unseren Kindern systematisch gestohlen wird. Zeit die dir mit deinem Kind systematisch gestohlen wird.

Denn es ist tatsächlich so, dass wir in unserer so reichen und vermeintlich demokratischen Gesellschaft, den Müttern keine Wahlmöglichkeit geben ihre Kinder individuell selbst zu betreuen. Nein, wie Sabine Mänken aufzeigt, wurden wir Mütter wahrlich verkauft! Alle meinen sie zu wissen, von alten Politikern und kinderlosen Feministinnen oder besser gesagt Männerinnen, was für unsere Kinder und ihr Wohl am Besten sein soll. Doch jede Mutter, die ihre Intuition zulässt und mutig hinterfragt, wird schnell erkennen, dass es denen nicht wirklich um das Wohl unserer Kinder geht. Denn dann würden sie nämlich längst die Erkenntnisse der Neurowissenschaften und der Entwicklungspsychologie berücksichtigen und mit weichen Herzen erkennen können, ja sogar die Mütter selbst fragen, was denn das Beste für das Wohl ihrer Kinder sei. Selbstbestimmung und Freiheit sind die fehlenden Zauberwörter.

Nein, statt dessen schwören alle darauf, dass das Wohl der Kinder nur mit Krippe und Ganztagsbetreuung in staatlichen Institutionen möglich ist und eigentlich die Eltern ja nicht kompetent genug seien, um ihre Kinder auf diese Welt vorzubereiten. Es geht ganz offensichtlich nicht um das individuelle Wohl jedes einzelnen Kindes und seine persönliche Selbstentfaltung, nein es geht eiskalt um wirtschaftliche Interessen und um zukünftige Arbeitskräfte mit Schlüsselkompetenzen, die vielseitig für die unermessliche Profitgier der Globalplayer dienen können. Welche Verachtung ggü. Müttern und Vätern damit entgegengebracht wird. Welche Verachtung gegen die natürliche Entwicklung eines Kindes, eines jeden Menschen. 

“Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Grundlagen für eine Kultur, welche die Elternschaft unterstützen und ihren Auftrag schützen könnte, sind uns verloren gegangen."
Dr. Gordon Neufeld

Kommen wir zur Angst zurück.

Wenn Verbundenheit für jedes Kind und auch jeden Menschen das aller Wichtigste ist (es hat sogar Vorrang vor dem physischen Hunger), dann ist Trennung und die Konfrontation mit Trennung die höchste Bedrohung für das menschliche System. Dies gilt für die Kleinsten umso mehr, denn sie haben noch nicht die erforderlichen Fähigkeiten ausgebildet, um mit z.B. körperlicher Trennung, umgehen zu können. Trenne und herrsche gilt also nicht nur als Prinzip im politischen Sinne. Diese Herrschaftstechnik ist schon längst auch in den Familien angekommen. Die so erzeugte Angst ist eine so große Bedrohung, ein so großer Schmerz, als das sie als zu unerträglich eingestuft wird, wogegen sich unser System panzert. Doch mit dieser Panzerung wird eben aus dem offensichtlichen Alarm eine diffuse Angst. Eine Angst ohne Augen, denn häufig können wir diese nicht benennen, weil sie durch unser Gehirn weggesperrt wird, zu schmerzhaft sich seiner bewusst zu werden. Doch diese permanent erzeugte Angst in unserer Gesellschaft wie seinen Job zu verlieren, den Status Quo zu verlieren, sein Ansehen zu verlieren uvm. erschaffen eine kranke Gesellschaft, die unter Depressionen und Burn-out leidet. Glückliche und zufriedene Menschen? Interessiert die Wirtschaft nicht, es sei denn wir kaufen ihnen ab, dass unser Glück nur durch Konsumismus möglich ist.

Doch es sollte uns als Mütter interessieren und wir dürfen das weder mit uns noch mit unseren Kinder so geschehen lassen.

Doch wie können wir uns wehren als Mütter?

Das Wichtigste ist das Erkennen. Das Erkennen der Lüge.
Das ist schmerzhaft. Doch es lohnt sich durch diesen Schmerz zu gehen.
Denn durch diesen Prozess kannst du erst erwachen und etwas verändern.
Zuerst aber in uns Müttern selbst.

Denn diese Angsterzeugung ist so in uns selbst angelegt, dass sie schon ein Teil von uns geworden ist. Das zu erkennen, ist der erste Schritt. Denn dann können wir dies in uns verarbeiten und loslassen und nicht mehr an unsere Kinder weitergeben und ihnen damit schaden.Denn sind wir ehrlich müssen wir uns doch häufig eingestehen, dass auch wir uns dieser angsterzeugenden Methoden bedienen, um ggü. unseren Kindern unsere Macht zu sichern.
Sicher nicht immer aus böser Absicht heraus, sondern aus Hilflosigkeit, aus Überforderung, aus Verzweiflung.

Welche Techniken der Angsterzeugung bedienen sich Eltern ggü. ihren Kindern, welche im gesellschaftlichen Konsens als Erziehungsmaßnahmen gelten und die Erziehung (verzeihung Anpassung) eines Kindes sicherstellen?

Dazu gehören:

  • Drohungen: “Wenn du nicht sofort dein Zimmer aufräumst, dann ……!”

  • Bestrafungen neudeutsch Konsequenzen: “Du hast eine Woche Fernsehverbot!” (nimm dem Kind das weg, woran er am meisten gebunden ist 😉 )

  • Ultimaten setzen

  • Erpressung

  • Beschämung (Das Kind darauf aufmerksam machen, was es noch nicht kann und ihm dabei böse Absichten unterstellen)

Durch diese angsterzeugenden Maßnahmen wird die verletzliche Abhängigkeitsposition des Kindes massiv missbraucht, die Würde des Kindes verletzt und die Bindung angekratzt. Die Bindung kann dann als nicht mehr sicher empfunden werden vom Kind und dies führt zu einer Reihe von Entwicklungsblockaden, welche noch mehr Probleme mit sich bringen.
Denn diese Erziehungstechniken beruhen einzig und allein auf Trennung!

  • physische Trennung von den Eltern: “Geh auf dein Zimmer!”

  • Trennung von den Dingen, die dem Kind wichtig sind als Bestrafung: Fernseher, PC, Freunde, Sport, Ausflüge, Unternehmungen etc.

  • psychologische Trennung: “aus Angst nicht mehr über Sorgen sprechen zu können”, “keine Wertschätzung zu erfahren”

  • emotionale Trennung: “Ich werde nicht geliebt”, “Ich bin nicht gut genug”, “Ich bin böse, mit mir stimmt etwas nicht”

Diese gefühlte und tatsächlich erlebte Trennung löst ein Set von Emotionen im System aus, das sogenannte Trennungskomplex:

  • ANGST

  • FRUSTRATION

  • intensiviertes NÄHESTREBEN (Klammern)

Im Klartext: das Kind leidet darunter und die Beziehung ebenso!

Die Eltern und alle anderen an der Erziehung des Kindes Beteiligten versuchen also durch die Angsterzeugung auf das Kind Macht auszuüben. Bewusst oder unbewusst. Als sei es natürlich. Instinktiv wissen wir, welche Wirkung Angst auf uns hat. Diese wird häufig eben dazu benutzt um Macht auszuüben. Wie gesagt häufig nicht immer aus böser Absicht, es scheint eben sehr tief in uns verwurzelt zu sein. Haben wir dies denn nicht alle in unserer Kindheit ebenso erlebt, mehr oder weniger?

Doch diese bisher beschriebene Angst hat nichts mit der natürlichen Macht zu tun, die Eltern durch die Natur verliehen wird. Die einzig natürliche und schützende Macht die wir zur “Erziehung” bzw. zur Begleitung unserer Kinder in ein glückliches und erfülltes Leben brauchen, ist die Macht, die uns die Verbundenheit, die Bindung und die Liebe verleiht!

Wenn wir Bindung und die Dynamik (wieder)verstehen und statt ständig im Denken zu sein, wieder ins Fühlen kommen und lernen unserer Intuition wieder zuzuhören und ihr zu vertrauen, dann verleiht uns diese Verbundenheit und diese gesunde Beziehung zu unseren Kindern wieder die “Macht” ihnen Sicherheit und Orientierung zu bieten in einer zunehmend unnatürlichen und ihre Entwicklung bedrohenden Welt. Denn dann folgen sie uns aus Vertrauen und Liebe und nicht aus Angst und Zwang heraus. Sowie die Liebe uns ermöglicht ihnen den Raum zu geben in der sie ihre Persönlichkeit herausbilden können ohne sie kläglich anpassen zu müssen.

Unsere Kinder brauchen unseren mütterlichen Schutz!
Unsere Kinder brauchen unsere mütterliche Stimme!

"Macht brauchst du nur wenn du etwas Böses vorhast. Für alles andere reicht LIEBE um es zu erledigen."
Charlie Chaplin

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